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RAG: Wie KI-Systeme vor der Antwort Quellen suchen

7 Min. LesezeitStand: 27. Oktober 2026Geprüft von Engin Buldak

Definition in 40 Wörtern

RAG steht für Retrieval Augmented Generation, auf Deutsch durch Abruf erweiterte Texterzeugung. Ein KI-System sucht dabei vor der Antwort passende Dokumente heraus und nutzt deren Inhalt, um genauer und aktueller zu antworten und Quellen nennen zu können.

Engin Buldak, Geschäftsführer DTILE GmbH

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Was ist RAG?

RAG, ausgeschrieben Retrieval Augmented Generation, verbindet 2 Schritte: den Abruf, englisch Retrieval, von passenden Dokumenten aus einer Datenquelle und die Erzeugung, englisch Generation, einer Antwort durch ein Sprachmodell. Das Modell antwortet damit auf Basis der gefundenen Texte statt nur aus seinem gelernten Wissen.

Der Begriff stammt aus einem Forschungspapier von 2020. Forschende um Patrick Lewis stellten das Verfahren unter dem Titel Retrieval-Augmented Generation for Knowledge-Intensive NLP Tasks vor, veröffentlicht auf der Konferenz NeurIPS 2020. NLP steht für Natural Language Processing, auf Deutsch Verarbeitung natürlicher Sprache.

Gelerntes Wissen

  • Steckt in den Gewichten des Sprachmodells
  • Entsteht beim Training und bleibt danach gleich
  • Schwer zu aktualisieren
  • Quellen lassen sich kaum belegen

Abgerufenes Wissen

  • Steckt in einem durchsuchbaren Index
  • Lässt sich jederzeit erweitern
  • Kann aktuelle und eigene Daten enthalten
  • Die genutzten Dokumente sind bekannt

Im Originalpapier heißen die beiden Seiten parametrisches und nicht parametrisches Gedächtnis. Das parametrische Gedächtnis war ein vortrainiertes Sprachmodell, das nicht parametrische ein Vektorindex der Wikipedia, durchsucht von einem vortrainierten neuronalen Suchmodell.

Warum brauchen Sprachmodelle RAG?

Ein Sprachmodell kennt nur, was es im Training gelernt hat. Neue Ereignisse, aktuelle Preise oder interne Firmendaten fehlen ihm. Schon das RAG-Papier von 2020 nennt als offene Probleme, dass Sprachmodelle Wissen nur begrenzt gezielt abrufen, ihre Aussagen schwer belegen und ihr Weltwissen kaum aktualisieren können.

Aktualität

Der Index lässt sich laufend erneuern. Das Modell kann so mit Wissen antworten, das nach seinem Training entstanden ist.

Belegbarkeit

Weil bekannt ist, welche Dokumente abgerufen wurden, kann die Antwort ihre Quellen nennen und verlinken.

Eigene Daten

Unternehmen verbinden Sprachmodelle per RAG mit Handbüchern, Produktdaten oder Wissensdatenbanken, ohne das Modell neu zu trainieren.

Google begründet den Einsatz in seinem Leitfaden zu generativen KI-Funktionen ähnlich: RAG verbessere Qualität, Genauigkeit und Aktualität der KI-Antworten.

Wie funktioniert RAG Schritt für Schritt?

RAG läuft in 4 Schritten: Dokumente werden vorab zerlegt und in einen durchsuchbaren Index gelegt. Bei einer Frage sucht das System die passendsten Abschnitte heraus, gibt sie zusammen mit der Frage an das Sprachmodell weiter, und das Modell formuliert daraus die Antwort.

  1. 1

    Indexieren

    Dokumente werden in Abschnitte zerlegt, das sogenannte Chunking, und jeder Abschnitt wird als Zahlenreihe für seine Bedeutung gespeichert.

  2. 2

    Abrufen

    Zur Frage sucht ein Suchmodell die Abschnitte, deren Bedeutung am besten passt. Websuchen wie Google nutzen dafür ihren Suchindex und ihre Rankingsysteme.

  3. 3

    Anreichern

    Die gefundenen Abschnitte werden der Frage beigefügt. Das Sprachmodell bekommt so den Stoff, auf dem seine Antwort beruhen soll.

  4. 4

    Antworten

    Das Modell formuliert die Antwort aus Frage und Abschnitten und kann die genutzten Quellen angeben.

text
Frage
  → Suche im Index
  → passende Abschnitte + Frage
  → Sprachmodell
  → Antwort mit Quellen

Wie groß die Abschnitte sind und wie das Suchmodell gewichtet, legt jeder Anbieter selbst fest. Für die großen KI-Suchen sind diese Details meist nicht öffentlich.

Wie nutzt Google RAG in der Suche?

Google beschreibt RAG in seinem Leitfaden als Verfahren, das auch Grounding heißt, auf Deutsch Verankerung. Die KI-Funktionen der Suche nutzen dafür die Rankingsysteme der Google-Suche, um relevante und aktuelle Seiten aus dem Index abzurufen, werten deren Inhalte aus und zeigen Links zu den Seiten, die die Antwort stützen.

Ergänzt wird das durch das Query Fan-out: Das Modell stellt mehrere verwandte Suchanfragen gleichzeitig, um zusätzliche passende Ergebnisse zu finden. Laut Google können die KI-Übersichten und der AI Mode dadurch eine größere Auswahl an Links zeigen.

Voraussetzung für einen Quellenlink

Laut Google muss eine Seite indexiert sein und mit einem Textauszug in der Suche erscheinen dürfen, um als Link in den KI-Übersichten oder im AI Mode aufzutauchen. Wer Textauszüge per nosnippet sperrt, schließt seine Seite damit auch von diesen Links aus.

Auch außerhalb von Google arbeiten KI-Suchen mit abgerufenen Webseiten. OpenAI erfasst Websites für die Suchfunktionen von ChatGPT mit dem Crawler OAI-SearchBot. Wie die Indexierung funktioniert und wie du sie prüfst, erklärt der eigene Eintrag.

Was bedeutet RAG für deine Website?

Bei RAG entscheidet der Abruf, welche Seiten überhaupt in eine KI-Antwort einfließen. Deine Seiten müssen deshalb für die Crawler erreichbar und indexiert sein und Fragen so klar beantworten, dass ein Suchsystem den passenden Abschnitt findet. Belegte Fakten und eigene Erfahrung machen sie zur bevorzugten Quelle.

Erreichbar

Die robots.txt lässt die Crawler der Suchsysteme zu, wichtige Seiten sind indexiert und dürfen Textauszüge zeigen.

Eindeutig

Jeder Abschnitt beantwortet unter seiner Überschrift eine Frage vollständig. So passt er zu der Suche, die das System stellt.

Belegt

Zahlen mit Quelle, Datum und eigene Praxiserfahrung geben dem System Inhalte, die über Allgemeinwissen hinausgehen.

Spezielle Tricks braucht es dafür laut Google nicht: Für die KI-Funktionen der Google-Suche sind weder eine llms.txt noch zerstückelte Texte oder besonderes Schema-Markup nötig. Welche Maßnahmen tatsächlich wirken, erklärt der Ratgeber GEO SEO, Begleitung bei der Umsetzung bietet die GEO Agentur der DTILE GmbH.

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Häufige Fragen zu RAG

RAG steht für Retrieval Augmented Generation, auf Deutsch durch Abruf erweiterte Texterzeugung. Ein KI-System sucht vor der Antwort passende Dokumente und formuliert die Antwort auf deren Grundlage.
Google verwendet beide Begriffe für dasselbe Verfahren. Grounding, auf Deutsch Verankerung, betont, dass die Antwort in abgerufenen Quellen verankert ist. RAG beschreibt den Ablauf aus Abruf und Texterzeugung.
Der Begriff geht auf ein Forschungspapier von Patrick Lewis und Mitautoren zurück, das 2020 auf der Konferenz NeurIPS erschien. Dort durchsuchte das System einen Vektorindex der Wikipedia.
Die Suchfunktion von ChatGPT ruft Webseiten ab, die der Crawler OAI-SearchBot erfasst, und nennt sie als Quellen. Wer dort erscheinen will, sollte OAI-SearchBot in der robots.txt nicht sperren.
Chunking ist der erste Schritt von RAG: Dokumente werden in Abschnitte zerlegt, damit das System passende Passagen findet. Inhalte eigens dafür zu zerstückeln, empfiehlt Google nicht.
Ja, mit den Grundlagen guter Suchmaschinenoptimierung: indexierbare Seiten, klare Überschriften mit direkten Antworten, belegte Fakten und eigene Erfahrung. Besondere Dateien oder Markups braucht die Google-Suche dafür nicht.

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Engin Buldak, Geschäftsführer DTILE GmbH

Engin Buldak

Geschäftsführer DTILE GmbH · Local SEO & GEO Experte

Über 3.500* Unternehmen in 20 Jahren geholfen, inhabergeführt aus Hamburg-Uhlenhorst. Sein Ansatz verbindet lokale Sichtbarkeit in allen relevanten Karten-Welten mit Zitierungen in KI-Antwortsystemen, von Google und Apple Maps bis zu Siri, ChatGPT und Copilot. Fachbeiträge erscheinen in seiner LinkedIn-Serie SIP, Search in Public.

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