hreflang

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Technisches SEO

hreflang: Aufbau, Beispiele und typische Fehler

⏱ 6 Min. Lesezeit📅 Stand: 11. August 2026✓ Geprüft von Engin Buldak
Definition in 40 Wörtern

hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen mitteilt, für welche Sprache und Region eine Seitenversion gedacht ist. Es verknüpft alle Sprachvarianten einer Seite miteinander, damit Google Nutzern die passende Version ausspielt statt einer beliebigen.

Was ist hreflang?

hreflang ist eine Angabe im Quelltext, die Google sagt: Diese Seite existiert auch in anderen Sprachen oder für andere Länder, und hier sind die Adressen. Google nutzt das, um jedem Nutzer die passende Version auszuspielen, abhängig von Sprache und Standort.

Ohne hreflang muss Google raten. Typische Folge: Ein Schweizer Interessent landet auf der deutschen Seite mit falschen Preisen und Versandhinweisen, oder die österreichische Version rankt in Deutschland und umgekehrt.

Wichtig für das Verständnis: hreflang ist ein Hinweis, kein Befehl. Google folgt der Angabe in aller Regel, garantiert ist es nicht. Und hreflang verbessert keine Rankings direkt, es sorgt dafür, dass die richtige Version rankt. Gleiche Inhalte in mehreren Sprachversionen sind dank hreflang außerdem kein Duplicate Content, sondern korrekt ausgezeichnete Alternativen.

Wie ist eine hreflang-Angabe aufgebaut?

Jede Angabe besteht aus drei Teilen: dem Sprachcode nach ISO 639-1, optional einem Ländercode nach ISO 3166-1 Alpha 2 und der zugehörigen URL. Die Reihenfolge ist immer Sprache, dann Land, niemals umgekehrt.

<!– im <head> JEDER Sprachversion –> <link rel=“alternate“ hreflang=“de“ href=“https://beispiel.de/seite/“ /> <link rel=“alternate“ hreflang=“en“ href=“https://beispiel.com/page/“ /> <link rel=“alternate“ hreflang=“fr-CH“ href=“https://beispiel.ch/fr/page/“ /> <link rel=“alternate“ hreflang=“x-default“ href=“https://beispiel.com/“ />

Drei Regeln entscheiden über Erfolg oder Wirkungslosigkeit. Erstens: Die Angabe muss auf jeder Version stehen, nicht nur auf der Hauptseite. Zweitens: Jede Version muss sich auch selbst nennen, das nennt sich Selbstreferenz. Drittens: Die Verweise müssen wechselseitig sein. Verlinkt Seite A auf B, muss B auch auf A verweisen, sonst ignoriert Google die gesamte Gruppe.

Der Sonderfall x-default steht für alle Nutzer, die zu keiner der definierten Versionen passen. Typisch ist eine internationale Startseite oder eine Sprachauswahl. Pflicht ist er nicht, empfohlen aber schon.

Welche drei Wege gibt es für die Einbindung?

hreflang lässt sich über den HTML-Kopf, den HTTP-Header oder die XML-Sitemap ausliefern. Alle drei sind gleichwertig, entscheidend ist: Man wählt genau einen Weg und mischt nicht.

📄
Im HTML-Head
Der gängigste Weg, gut zu prüfen und in WordPress von mehrsprachigen Plugins automatisch erzeugt. Nachteil: Bei vielen Sprachversionen bläht sich der Quelltext jeder Seite auf.
🗺️
In der XML-Sitemap
Die beste Lösung bei großen Websites mit vielen Sprachen: Alle Beziehungen stehen zentral an einem Ort, der Quelltext bleibt schlank. Dafür schwerer manuell zu kontrollieren.
🔧
Im HTTP-Header
Der einzige Weg für Dateien ohne HTML-Kopf, etwa PDFs. Für normale Seiten unnötig kompliziert.

Für die meisten Unternehmen gilt: In WordPress übernimmt ein Mehrsprachigkeits-Plugin die Einbindung im HTML-Head automatisch, damit ist der Fall erledigt. Ab etwa fünf Sprachversionen lohnt der Wechsel in die Sitemap.

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Brauchst du hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz?

Nur dann, wenn es je Land eigene Seiten mit eigenen Inhalten gibt: andere Preise, andere Währung, andere Kontaktdaten oder rechtliche Angaben. Wer eine einzige deutschsprachige Seite für den gesamten DACH-Raum betreibt, braucht kein hreflang.

Der typische Fall sieht so aus: Ein Shop führt eine deutsche, eine österreichische und eine Schweizer Version mit unterschiedlichen Preisen und Versandbedingungen. Dann sorgt hreflang dafür, dass Schweizer Kunden Franken sehen statt Euro.

<!– DACH mit drei eigenen Länderversionen –> <link rel=“alternate“ hreflang=“de-DE“ href=“https://beispiel.de/produkt/“ /> <link rel=“alternate“ hreflang=“de-AT“ href=“https://beispiel.at/produkt/“ /> <link rel=“alternate“ hreflang=“de-CH“ href=“https://beispiel.ch/produkt/“ /> <link rel=“alternate“ hreflang=“x-default“ href=“https://beispiel.de/produkt/“ />

Die Kehrseite: Drei fast identische Länderversionen ohne echte Unterschiede erzeugen unnötigen Aufwand und interne Konkurrenz. Bevor du hreflang einsetzt, lohnt die ehrliche Frage, ob die Länderversionen inhaltlich wirklich verschieden sind. Wann sich der Aufwand strategisch rechnet, behandelt der Ratgeber International SEO.

Welche Fehler machen hreflang unwirksam?

hreflang ist fehleranfällig, weil schon ein einzelner falscher Code die gesamte Gruppe entwertet. Fünf Fehler tauchen in der Praxis immer wieder auf.

↔️
Fehlende Rückverweise
Seite A verweist auf B, B aber nicht zurück auf A. Google ignoriert dann die komplette Auszeichnung, nicht nur die eine Angabe.
🔤
Falsche Sprach- oder Ländercodes
Der Klassiker ist hreflang=“en-UK“, korrekt wäre en-GB. Ebenso falsch sind erfundene Codes wie de-DACH oder eine vertauschte Reihenfolge wie DE-de.
🔗
Canonical zeigt woandershin
Zeigt der Canonical Tag einer Sprachversion auf eine andere Sprache, heben sich beide Signale gegenseitig auf. Jede Version muss sich selbst kanonisieren.
🚧
Ziel nicht erreichbar
Verweise auf 404-Seiten, weitergeleitete URLs oder per robots.txt gesperrte Adressen machen die Angabe wertlos. Ein Crawler muss jede genannte URL erreichen können.
🪞
Selbstreferenz vergessen
Jede Seite muss sich in ihrer eigenen hreflang-Liste selbst aufführen. Fehlt sie, wertet Google die Gruppe als unvollständig.

Prüfen lässt sich das Ergebnis am schnellsten mit einem Crawling-Tool wie Screaming Frog, das fehlende Rückverweise und ungültige Codes automatisch auflistet. Für kleine Websites reicht ein Blick in den Quelltext jeder Sprachversion.

Welche Begriffe gehören zu hreflang dazu?

Häufige Fragen zu hreflang

Ist hreflang ein Rankingfaktor?
Nein, nicht direkt. hreflang verbessert keine Positionen, sondern sorgt dafür, dass die richtige Sprachversion ausgespielt wird. Der Effekt zeigt sich trotzdem: passendere Ergebnisse, weniger Absprünge und keine Konkurrenz zwischen den eigenen Sprachversionen.
Brauche ich hreflang bei nur einer Sprache?
Nein. Erst wenn es mehrere Sprach- oder Länderversionen derselben Inhalte gibt, wird die Auszeichnung nötig. Eine einzige deutschsprachige Website für den gesamten DACH-Raum kommt ohne aus.
Was bedeutet x-default?
x-default markiert die Version für alle Nutzer, deren Sprache oder Region zu keiner definierten Variante passt. Üblich sind eine internationale Startseite oder eine Sprachauswahlseite. Pflicht ist die Angabe nicht, empfohlen aber schon.
Wie richte ich hreflang in WordPress ein?
Über ein Mehrsprachigkeits-Plugin wie WPML, Polylang oder TranslatePress. Diese erzeugen die Auszeichnung samt Rückverweisen automatisch. Wichtig ist danach der Blick in den Quelltext, um zu prüfen, ob wirklich jede Version alle anderen und sich selbst nennt.
Beachtet Bing hreflang auch?
Bing wertet hreflang aus, orientiert sich für die Sprachzuordnung aber zusätzlich stark am content-language-Header. Da Bing-Daten auch in KI-Suchsysteme einfließen, lohnt sich eine saubere Auszeichnung doppelt.
Engin Buldak · Local-SEO- und GEO-Spezialist aus Hamburg-Uhlenhorst
Engin Buldak
Geschäftsführer DTILE GmbH · Local SEO und GEO

Engin Buldak betreut mit der DTILE GmbH aus Hamburg über 220 Unternehmen im DACH-Raum bei Local SEO, SEO und der Sichtbarkeit in KI-Antwortsystemen.

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