News · KI-Suche · 8. September 2026
45 % fragen die KI nach lokalen Empfehlungen, aber ChatGPT nennt nur 1,2 % der Betriebe: Die neue Empfehlungs-Lücke in Zahlen
Von Engin Buldak · Geschäftsführer DTILE GmbH · veröffentlicht am 8. September 2026

Es ist die vielleicht wichtigste Verschiebung im lokalen Marketing seit dem Aufstieg von Google Maps: Fast die Hälfte der Menschen fragt inzwischen KI-Systeme nach Empfehlungen für Restaurants, Handwerker, Ärzte oder Dienstleister, vor 1 Jahr war es kaum jede 17. Person. Gleichzeitig zeigen aktuelle Auswertungen: ChatGPT nennt in seinen Antworten nur einen winzigen Bruchteil der Betriebe, und mehr als die Hälfte der Unternehmen, die bei Google gewinnen, kommt in den KI-Empfehlungen gar nicht vor. Die Zahlen hinter der neuen Empfehlungs-Lücke, und warum sie gerade jetzt entsteht.
Die Verschiebung: KI wird zur Empfehlungs-Maschine
45 % der Nutzer verwenden inzwischen KI-Tools, wenn sie nach lokalen Unternehmen suchen, vor 1 Jahr waren es 6 %, so der aktuelle SOCi Consumer Index 2026. Getragen wird der Sprung von der schieren Reichweite der Systeme: ChatGPT zählt rund 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer, und Googles KI-Antworten erreichen Milliarden Suchanfragen. Die Frage nach dem guten Zahnarzt, dem zuverlässigen Handwerker oder dem besten Restaurant wandert damit in Systeme, die keine Trefferliste zeigen, sondern eine fertige Antwort mit wenigen Namen.
Der Charakter dieser Antworten unterscheidet sich fundamental von einer Suchergebnis-Seite: Wo Google 10 Links plus Karte zeigt und der Nutzer selbst vergleicht, spricht die KI eine Vorauswahl aus, meist 3 bis 5 Namen, oft mit Begründung. Für die genannten Betriebe ist das eine Empfehlung mit dem Gewicht eines persönlichen Tipps, für alle anderen bedeutet es: Sie kommen in diesem Entscheidungsprozess schlicht nicht vor, und der Kunde erfährt nie, dass es sie gibt.
Die Lücke: Google-Sichtbarkeit ist keine KI-Sichtbarkeit
Dieselbe SOCi-Auswertung legt die Lücke offen: Während lokale Unternehmen im Schnitt bei 35,9 % der relevanten Suchen im Google Local Pack erscheinen, werden nur 1,2 % von ChatGPT in Empfehlungen genannt. Und nur 45 % der Unternehmen, die bei Google lokal stark abschneiden, tauchen überhaupt in KI-Empfehlungen auf, mehr als die Hälfte der Google-Gewinner ist für die KI-Systeme unsichtbar.
Diese Lücke ist kein Zufall und kein Übergangs-Phänomen, sie folgt aus der Arbeitsweise der Systeme. Eine KI-Antwort hat Platz für eine Handvoll Namen und nennt bevorzugt Betriebe, deren Daten sie über viele Quellen hinweg konsistent belegen kann. Das Nadelöhr ist eng, und genau darin liegt die doppelte Nachricht dieses Befunds: Wer heute nicht genannt wird, verliert einen wachsenden Kanal, und wer es in die Nennungen schafft, teilt sich die Aufmerksamkeit mit sehr wenigen statt mit 10 blauen Links.
Die Empfehlungs-Lücke in 4 Zahlen
4 Kennzahlen aus den aktuellen Auswertungen beschreiben den Moment: die rasant gestiegene KI-Nutzung für lokale Suchen, das enge Nadelöhr der ChatGPT-Nennungen, der Abstand zur Google-Sichtbarkeit und die Reichweite, um die es geht.
KI-Nutzung lokal
der Nutzer verwenden KI-Tools für die Suche nach lokalen Unternehmen, nach 6 % im Vorjahr (SOCi Consumer Index 2026)
ChatGPT-Nennungen
der lokalen Betriebe werden von ChatGPT in Empfehlungen genannt, dieselben Unternehmen erreichen bei Google 35,9 % Local-Pack-Präsenz (SOCi 2026)
Google-Gewinner in KI
der Google-Local-Gewinner schaffen es überhaupt in KI-Empfehlungen, mehr als die Hälfte bleibt für die KI unsichtbar (SOCi 2026)
ChatGPT-Reichweite
wöchentlich aktive Nutzer zählt ChatGPT 2026, binnen etwa 1 Jahr verdoppelt
Zur ehrlichen Einordnung gehört auch die Gegenzahl: Laut einer Semrush-Analyse ersetzt ChatGPT die Google-Suche für über 95 % seiner Nutzer nicht, beide Kanäle laufen parallel. Die Empfehlungs-Lücke ist also kein Ablösungs-Drama, sondern eine neue, zusätzliche Ebene der Sichtbarkeit, auf der die Karten gerade neu gemischt werden, während die meisten Betriebe noch gar nicht wissen, dass gespielt wird.
Warum Google-Gewinner in der KI verlieren
Die Erklärung für die Lücke liegt in 1 Satz: Google rankt Seiten, KI-Systeme empfehlen Marken. Google bewertet für eine Suchanfrage vor allem einzelne Seiten mit ihren Keywords, Links und ihrer Nähe zum Suchenden. Eine KI-Empfehlung entsteht anders: Das System gleicht über viele Quellen hinweg ab, welcher Betrieb konsistent, vertrauenswürdig und häufig im passenden Zusammenhang erwähnt wird, und nennt nur Namen, bei denen diese Belege zusammenpassen.
Deshalb kann ein Betrieb mit Platz-1-Rankings für die KI unsichtbar sein: Wenn die Website zwar rankt, aber das Google-Profil lückenhaft ist, die Firmendaten in Verzeichnissen voneinander abweichen, Bewertungen spärlich sind und der Betrieb außerhalb der eigenen Website nirgends erwähnt wird, fehlen der KI genau die Signale, aus denen sie Vertrauen baut. Umgekehrt kann ein kleinerer Betrieb mit makellos konsistenten Daten, aktiven Bewertungen und Erwähnungen in Portalen und Presse an deutlich größeren Wettbewerbern vorbeiziehen.
Für lokale Unternehmen ist das eine ungewohnt faire Ausgangslage: In der KI-Empfehlung zählt nicht das größte Werbebudget und nicht die älteste Domain, sondern die sauberste, am besten belegte Datenlage, und die ist eine Fleiß-Frage, keine Budget-Frage.
Was eine KI-Empfehlung wirtschaftlich wert ist
Eine Analyse der Harvard Business Review von Anfang 2026 ordnet den neuen Kanal wirtschaftlich ein: Besucher, die über ChatGPT-Empfehlungen kommen, kaufen häufiger als Besucher aus sozialen Netzwerken und fast so häufig wie Besucher aus bezahlter Suche. Das ist die Logik des Kanals: Wer eine KI nach einer Empfehlung fragt, vergleicht bereits aktiv Anbieter und steht kurz vor der Entscheidung.
Dazu kommt der Empfehlungs-Charakter selbst: Eine KI-Antwort mit 3 Namen und Begründung wirkt wie ein persönlicher Tipp, nicht wie eine Anzeige. Und weil das Nadelöhr so eng ist, verteilt sich diese Wirkung auf sehr wenige Betriebe, die früh Genannten bauen einen Vorsprung auf, der mit jeder Konversation wächst, denn konsistente Nennungen von heute sind die Trainings- und Beleg-Daten von morgen.
Die 6 Hebel: So kommt ein Betrieb in die Empfehlungen
Die gute Nachricht der Auswertungen: Die Faktoren hinter den KI-Nennungen sind bekannt, und es sind dieselben Grundlagen, die auch die lokale Google-Sichtbarkeit stärken. 6 Hebel entscheiden, hier im Überblick, mit den Detail-Anleitungen in den verlinkten Ratgebern.
- Google-Profil als Fundament: ChatGPT und andere KI-Systeme greifen für lokale Empfehlungen stark auf Google-Maps-Daten zurück: Ein vollständiges, aktiv gepflegtes Google Unternehmensprofil mit Kategorien, Leistungen und Fotos ist die Eintrittskarte. Die komplette Anleitung liefert der Guide zum Google Unternehmensprofil.
- Konsistente Daten überall: Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen müssen auf Website, Google-Profil und in Verzeichnissen exakt übereinstimmen, Abweichungen zerstören das Vertrauen der Systeme. Grundlagen dazu im Ratgeber zur NAP-Konsistenz.
- Echte Bewertungen mit Substanz: Aktuelle, ausführliche Bewertungen, in denen konkrete Leistungen vorkommen, liefern der KI genau die Belege, die sie zitiert. Kontinuierlich sammeln schlägt einmalige Aktionen.
- Erwähnungen außerhalb der eigenen Website: Branchenverzeichnisse, Portale, lokale Presse: Jede seriöse externe Erwähnung erhöht die Beleg-Dichte, aus der die KI Vertrauen baut. Der Einstieg dazu steht im Guide zu Branchenverzeichnissen.
- Zitierfähige Leistungsseiten: Seiten, die Kundenfragen direkt und mit belegbaren Fakten beantworten, samt sauberem Schema-Markup, machen den Betrieb für KI-Systeme les- und zitierbar, dieselbe Grundlage, die auch in Googles KI-Übersichten trägt.
- Messen statt hoffen: Regelmäßig die eigenen Leistungen in ChatGPT, Perplexity und Gemini anfragen und notieren, wer genannt wird: Erst die eigene Nennungs-Quote macht Fortschritt sichtbar. Die komplette Strategie dahinter erklärt der Ratgeber ChatGPT-Sichtbarkeit, die Google-Seite davon der Guide zu AI Overviews für lokale Unternehmen.
Die Einordnung: Das Zeitfenster ist offen
Die Zahlen dieses Artikels beschreiben einen seltenen Moment: Ein Kanal mit der Reichweite von hunderten Millionen Nutzern und der Konversionskraft nahe bezahlter Suche ist praktisch unbesetzt, 98,8 % der lokalen Betriebe kommen in den Empfehlungen schlicht nicht vor. Solche Fenster schließen sich: Je mehr Unternehmen ihre Datenlage aufräumen, desto enger wird das Nadelöhr, und desto schwerer wird es, in die kleine Gruppe der konsistent Genannten aufzusteigen.
Gleichzeitig gilt die nüchterne Wahrheit: Die KI-Empfehlung ersetzt die Google-Suche nicht, sie ergänzt sie, und die Hebel für beide überlappen sich fast vollständig. Wer seine lokale Sichtbarkeit systematisch aufbaut, Profil, Daten, Bewertungen, Erwähnungen, zitierfähige Inhalte, gewinnt auf beiden Ebenen gleichzeitig. Die Empfehlungs-Lücke ist deshalb weniger eine neue Aufgabe als ein neuer, sehr konkreter Grund, die alte endlich anzugehen.
Wird dein Betrieb von ChatGPT empfohlen?
Im kostenfreien 15-minütigen Erstgespräch machen wir den Live-Test: Wir fragen die KI-Systeme nach deinen Leistungen in deinem Einzugsgebiet, zeigen dir, wer stattdessen genannt wird, und benennen die 3 größten Hebel für deine Nennungs-Quote.
Häufige Fragen zu ChatGPT-Empfehlungen
Weiterlesen

Geschäftsführer DTILE GmbH · Local SEO & GEO Experte
Ich bin Engin Buldak, Geschäftsführer der DTILE GmbH in Hamburg. Seit über 12 Jahren arbeite ich an Sichtbarkeit bei Google und habe mit meinem Team mehr als 220 Unternehmen im DACH-Raum betreut, von lokalen Dienstleistern bis zu Filialbetrieben.
Als einer der First Mover für Generative Engine Optimization (GEO) baue ich KI-Sichtbarkeit nachhaltig auf der eigenen Website auf: Topical Authority, strukturierte Daten und Entitäten-Optimierung für Empfehlungen in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews.
Wir glauben, dass gefunden werden sollte, wer die beste Arbeit macht. Nicht, wer das größte Werbebudget hat.