Stundensatz & Tagessatz
richtig berechnen
Kostenloser Stundensatz-Rechner für Freelancer und Selbstständige — mit allen relevanten Kostenpositionen: Krankenversicherung, Steuern, Auslastung, Altersvorsorge. Kein Login, keine Registrierung.
Stundensatz & Tagessatz Rechner —
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Stundensatz & Tagessatz Rechner
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Die Formel hinter dem
Stundensatz — erklärt
Ein Stundensatz der nur das Wunschgehalt abdeckt ist zu niedrig. Die meisten Freelancer scheitern daran, alle Kostenblöcke richtig einzukalkulieren. Die vollständige Formel:
Produktive Jahresstunden = Arbeitstage × Stunden/Tag × Auslastung
📊 Beispielrechnung (Einsteiger)
KV: 850 € × 12 = 10.200 €/Jahr
Altersvorsorge: 400 € × 12 = 4.800 €/Jahr
Betriebskosten: 250 € × 12 = 3.000 €/Jahr
Puffer: 150 € × 12 = 1.800 €/Jahr
Summe vor Steuern: 55.800 €
÷ (1 − 0,30) = 79.714 € Jahresumsatz
Produktive Stunden: 220 × 8 × 0,70 = 1.232 h
→ Stundensatz: ca. 65 €
💼 Beispielrechnung (Erfahrener)
KV: 950 € × 12 = 11.400 €/Jahr
Altersvorsorge: 900 € × 12 = 10.800 €/Jahr
Betriebskosten: 500 € × 12 = 6.000 €/Jahr
Puffer: 300 € × 12 = 3.600 €/Jahr
Summe vor Steuern: 103.800 €
÷ (1 − 0,38) = 167.419 € Jahresumsatz
Produktive Stunden: 220 × 8 × 0,80 = 1.408 h
→ Stundensatz: ca. 119 €
💡 Wichtig: Das ist der Mindest-Stundensatz — der Betrag, den Sie mindestens verlangen müssen um kostendeckend zu arbeiten. Der Markt-Stundensatz orientiert sich zusätzlich an Nachfrage, Spezialisierung und Wettbewerb. Im nächsten Abschnitt: Was der Markt tatsächlich zahlt.
Was zahlt der Markt?
Stundensätze nach Branche
Orientierungswerte für Deutschland — je nach Region, Erfahrung und Spezialisierung erhebliche Abweichungen möglich.
| Berufsfeld | Einsteiger | Erfahren (3–5 J.) | Spezialist / Senior | Tagessatz (8h) |
|---|---|---|---|---|
| Software-Entwicklung | 65–80 €/h | 90–130 €/h | 140–200 €/h | 800–1.600 € |
| SEO / Online Marketing | 55–75 €/h | 80–120 €/h | 120–180 €/h | 700–1.400 € |
| Webdesign / UX | 55–75 €/h | 80–110 €/h | 110–160 €/h | 640–1.280 € |
| Unternehmensberatung | 90–120 €/h | 130–180 €/h | 180–300 €/h | 1.200–2.400 € |
| Texter / Content | 45–60 €/h | 65–90 €/h | 90–140 €/h | 520–1.120 € |
| Grafik / Illustration | 45–60 €/h | 65–90 €/h | 90–130 €/h | 520–1.040 € |
| Social Media Manager | 45–60 €/h | 65–85 €/h | 90–130 €/h | 520–1.040 € |
| Projektmanager | 70–90 €/h | 95–130 €/h | 130–200 €/h | 760–1.600 € |
Quellen: Freelancermap, Malt.de, Twago, eigene Erhebungen. Stand: 2025. Großstadtzuschlag (München, Frankfurt, Hamburg): ca. 10–20%.
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Die 6 häufigsten Fehler bei der
Stundensatz-Kalkulation
Der häufigste Fehler: Selbstständige setzen ihr gewünschtes Nettoeinkommen direkt als Kalkulationsgrundlage an — ohne KV, Altersvorsorge, Steuern und Betriebskosten. Das Ergebnis: ein Stundensatz der strukturell zu niedrig ist und langfristig nicht tragbar. Faustregel: Multiplizieren Sie Ihr gewünschtes Nettogehalt mit Faktor 2,2–2,8 um den Mindestbruttoumsatz zu erhalten.
Realistische Auslastung für Freelancer liegt bei 60–80%. Der Rest der Zeit geht für Akquise, Buchhaltung, Weiterbildung, Administration und ungeplante Pausen drauf. Wer mit 100% rechnet, liegt beim Jahresumsatz 25–40% zu niedrig und gerät unter Druck.
Als Selbstständiger zahlen Sie den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil der KV selbst — ca. 800–1.100 € pro Monat bei der gesetzlichen KV. Das sind 10.000–13.000 € pro Jahr die viele bei der Kalkulation vergessen. Private KV kann günstiger sein, ist aber altersabhängig und mit Risiken verbunden.
Selbstständige zahlen keine Rentenbeiträge (außer bestimmte Berufsgruppen). Das bedeutet: Sie sind selbst verantwortlich für die Altersvorsorge. Empfehlung: 15–20% des Bruttoeinkommens in ETF-Sparpläne, Rürup-Rente oder andere Anlageformen. Wer das nicht einkalkuliert, arbeitet heute auf Kosten des zukünftigen Selbst.
Einkommensteuer plus Gewerbesteuer können bei guten Einkommen 35–45% betragen. Viele Einsteiger kalkulieren mit 25% und werden von der ersten Steuernachzahlung überrascht. Empfehlung: Immer 30–35% zurücklegen — was übrig bleibt ist Ihres, der Rest ans Finanzamt.
Inflation, steigende KV-Beiträge und zunehmende Erfahrung rechtfertigen regelmäßige Erhöhungen. Wer 5 Jahre denselben Stundensatz verlangt, verliert real jedes Jahr Kaufkraft. Faustregel: jährliche Überprüfung, alle 2 Jahre Anpassung um mindestens Inflationsrate + Erfahrungsbonus.
Wann und wie Sie Ihren
Stundensatz erhöhen
Viele Selbstständige trauen sich nicht, ihren Stundensatz zu erhöhen — aus Angst, Kunden zu verlieren. Die Realität: Gut ausgelastete Freelancer die ihren Preis selten erhöhen, signalisieren Kunden unbewusst, dass sie günstig sind. Hier sind die Signale, wann der richtige Zeitpunkt ist:
✅ Jetzt erhöhen
- Auslastung konstant über 85%
- Mehr als 2 Jahre kein Anstieg
- Neue Zertifizierung / Skill
- Mitbewerber verlangen mehr
- Neue Top-Referenz gewonnen
⚡ So kommunizieren Sie es
- Ankündigung 4–8 Wochen vorher
- Schriftlich per E-Mail
- Begründung (Inflation, neue Skills)
- Übergangsphase für Bestandskunden
- Keine Entschuldigung — sachlich bleiben
📈 Typische Erhöhungsintervalle
- Einsteiger → 2 Jahre: +15–25%
- Jährliche Inflation: +3–5%
- Neue Spezialisierung: +10–30%
- Neue Kunden: direkt neuer Preis
- Bestandskunden: schrittweise
✅ Profi-Tipp: Bei Neukunden immer den aktuellen (höheren) Stundensatz verlangen. Bestandskunden können einen Übergangs-Satz bekommen. So erhöhen Sie schrittweise ohne langjährige Beziehungen zu belasten — und testen gleichzeitig die Marktakzeptanz des neuen Preises.
Häufige Fragen zum
Stundensatz berechnen
Stundensatz = Benötigter Jahresumsatz ÷ produktive Jahresstunden. Der benötigte Jahresumsatz umfasst: Nettoeinkommen + KV + Altersvorsorge + Betriebskosten + Puffer — alles hochgerechnet auf Brutto mit Ihrer Steuerlast. Produktive Stunden = Arbeitstage × Stunden/Tag × Auslastung (typisch 70–80%). Unser Rechner oben erledigt das automatisch.
Typisch für Wissensarbeiter in Deutschland (2025): Einsteiger 50–75 €/h, Erfahrene 80–130 €/h, Spezialisten 130–200+ €/h. IT-Bereich tendenziell 10–20% höher als Marketing/Design. Unternehmensberater und strategische Rollen liegen oft bei 150–250+ €/h. Der Tagessatz ergibt sich als Stundensatz × 8h.
Tagessatz = Stundensatz × produktive Stunden pro Tag. Standard: 8 Stunden. Beispiel: 100 €/h × 8h = 800 €/Tag. Für Projektangebote empfiehlt sich ein Tagessatz mit 15–20% Puffer für Nacharbeit und Scope-Creep. Unser Tagessatz-Rechner (Tab 2) berechnet das inklusive Puffer und Projektwert.
Als Kleinunternehmer (§ 19 UStG) weisen Sie keine MwSt aus — das macht Ihre Angebote für Privatkunden günstiger, für B2B-Kunden die vorsteuerabzugsberechtigt sind jedoch gleichwertig. Die Stundensatz-Kalkulation bleibt gleich — Einkommensteuer und alle anderen Kosten fallen weiterhin an. Der Unterschied liegt nur in der Umsatzsteuer-Abwicklung.
SEO-Freelancer in Deutschland verlangen 2025 typischerweise: Einsteiger 55–70 €/h, Erfahrene mit 3–5 Jahren 80–120 €/h, Senior-SEO-Experten mit Spezialisierung (technisches SEO, Local SEO, E-Commerce SEO) 120–180 €/h. Agenturen rechnen intern mit 90–150 €/h. Der Markt entwickelt sich Richtung Spezialisierung — Local SEO, KI-SEO und GEO (Generative Engine Optimization) erzielen höhere Preise.
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